Das Wort Kampagne stammt vom lateinischen Campus (Feld) und ist ursprünglich als militärischer Feldzug in die deutsche Sprache eingegangen. Was momentan mit dem Wort in der Werbebranche geschieht, ist ebenfalls als eine Art Offensive – für ein Produkt oder ein Unternehmen – zu deuten. Spätestens seit Obamas medienstarkem „Yes, we can!“ ist eine Wahlkampagne im politischen Sinn ebenso den meisten ein Begriff. Auch Campact e. V. nutzt zeitlich befristete, medienintensive Aktionen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen – allerdings auf gesellschaftlich-politischem Terrain. Politik zum Mitmachen und Mitbestimmen ganz einfach über das Web. Ein Wohlgenuss in Zeiten des Verdruss‘.

Gestatten? Politisches Engagement!
Unter dem Leitspruch „Demokratie in Aktion“ vernetzt Campact Menschen, die sich in politische Prozesse aktiv einmischen wollen – über das Web und im realen Leben. Tagtäglich stehen Entscheidungen auf der Kippe, die den Alltag der Bürger weitreichend beeinflussen. Über Appelle, Demonstrationen und Petitionen versucht Campact diese zugunsten der Gesellschaft zu entscheiden – mit Hilfe der Bürger. Wer sich ein alternatives Bild zur Medienberichterstattung wünscht erhält Denkanstöße zu verschiedensten Bereichen: Die Finanzkrise kommt ebenso auf den Tisch wie der Atomausstieg oder Asyl- und Migrationsproblematiken. Zu allen relevanten Debatten des Jahres 2011 bezog die Initiative Stellung. Das Feld gesellschaftlicher und sozialer Brennpunkte gibt ebenso einiges her. Die Website www.campact.de bietet dabei ein vielfältiges Informationsangebot und erleichtert den Einstieg in gesellschaftliches Engagement. In der Rubrik ‚5-Minuten-Info‘ werden knackig die Fakten zu aktuellen Debatten erklärt – eine seriöse Auswahl an Online-Quellen zu weiteren Infos inklusive. Wer sich beteiligen möchte, hat von Demonstrationen gegen Panzerlieferungen nach Saudi-Arabien bis hin zu Unterschriften für eine Finanztransaktionssteuer oder eine fairere EU-Agrarpolitik eine breite Auswahlmöglichkeit. Diese gibt es im kleinen Rahmen mit einem einfachen Klick auf die Petitionen oder im größeren Stil durch gezielte Vor-Ort-Aktionen.
Vernetzung und Mobilisierung im Mitmach-Web
Zur Mobilisierung nutzt die Initiative einen Großteil der Möglichkeiten, die das Web im Jahr 2012 zu bieten hat. Als Basis dient die Seite www.campact.de. Über 510.000 Menschen sind laut Campact Angaben Abonnenten des Newsletters, der regelmäßig auf neue Aktionen hinweist. Im Social Media ist die Organisation vorne mit dabei. Campact ist auf Facebook, Twitter und GooglePlus vertreten und betreibt einen eigenen YouTube-Kanal und Flickr Fotostream. In Kurzfilmen vermitteln Betroffene, Aktivisten und Fachleute unabhängige und unmittelbare Einblicke sowie Hintergrundinformationen zu aktuellen Themen. Gerade für eine Protestbewegung bieten Foto- und Videokanäle eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Aktionen und Erfolge zu dokumentieren und so noch weitere Sympathisanten zu aktivieren. Im Blog, der mit der Website vernetzt ist, berichten Campact-Gründer und -Beteiligte fast täglich über momentan diskutierte Themen und tragen zur Meinungsbildung bei. Und die Empfehlung an Freunde und Bekannte ist in jedem Fall auch nur einen Klick entfernt.
Wie hilfreich das Netz bei der Mobilisierung von Menschen sein kann, zeigen weitere Beispiele. Kreativ und beeindruckend geht u. a. das „Josefinische Erlustigungskommittee“ aus Wien seit 2009 auf die „Barockaden“. Ziel ist die Erhaltung des Wiener Augartens, der einem Konzerthaus weichen soll. Bereits mehrere Male wurde der Baubeginn erfolgreich verhindert und für mehr Transparenz gesorgt. Die Aktivistengruppe spielt mit barocken Motiven und erreicht durch eine spezielle Art des Protests eine breite Masse an Menschen sowie eine klassisch-mediale Berichterstattung.
Die zunehmende Anzahl sozialer oder politischer Initiativen mit starker Verwurzelung im Netz zeigt die Relevanz dieses Kommunikationskanals im gesellschaftlichen Engagement. Dabei kommt es hauptsächlich auf eine intelligente Nutzung der Möglichkeiten und eine sinnvolle Verknüpfung der Kanäle an. Es gilt: Wer etwas zu sagen hat und auf kreative Art relevante Themen vermittelt, hat auch Erfolg.

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